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Interview
10 Min

Aufgetischt: Regionale Bio-Sprossenprodukte von AHO

von
Magdalena Schlehuber
07
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2021

In unserer Interviewreihe "Aufgetischt" sprechen wir mit unseren Bio-Partnern über spannende Gründungsgeschichten, innovative Produktideen, nachhaltige Unternehmensphilosophien und vieles mehr: Den Anfang machte Katharina von der Bio-Forellenzucht Benecke in Niedersachsen. Heute stellen wir Euch unseren Partner AHO Bio vor!

Lieber Jannis, stell AHO doch gerne in ein paar Sätzen vor:

Das Food-Startup AHO wurde 2020 von Alexander Wies gegründet. Er arbeitet und lebt zusammen mit unserem Team in einem Haus im Wald im Weserbergland. Die AHO.BIO GmbH hat derzeit 13 Mitarbeiter:innen, die in unserer eigenen Manufaktur in Handarbeit nährstoffreiche Lebensmittel aus Sprossen herstellen.

Was bedeutet der Ausdruck ‘AHO’ eigentlich?

Von Anfang an war es uns das Wichtigste, dass AHO alle Werte verkörpert, die wir auch privat leben möchten. Deshalb ist bei AHO alles bio, vegan und plastikfrei! Für jede verkaufte Packung werden im Rahmen eines Hilfsprojekts Bäume gepflanzt, unsere Produkte sind vollwertig und wir arbeiten mit lokalen Bio-Landwirt:innen aus Deutschland zusammen, damit Transportwege eingespart werden. Aus diesem Grund haben wir unser Startup auch „AHO“ genannt. „AHO“ ist ein indigenes Wort aus Lateinamerika und drückt eine vollkommene Bestätigung aus. Also heißt „AHO“ etwas mehr als nur „Ja". Früher wurde im Redekreis „AHO“ gesagt, nachdem eine Person in der Gruppe gesprochen hatte, sie gehört und bewusst wahrgenommen wurde. Dieses hundertprozentige „Ja“ möchten wir nicht nur privat, sondern auch im Arbeitsalltag sagen können. Die langfristige Vision unseres Startups haben wir somit im Namen fest verankert.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, AHO zu gründen?

Gemeinsam mit mir (Jannis) hat Alex 2012 eine lange Reise nach Lateinamerika angetreten. Letztlich haben wir unsere Sachen gepackt und sind 3 Jahre auf einer lateinamerikanischen Vulkaninsel inmitten eines Süßwassersees geblieben. Dort hatten wir eine intensive Naturerfahrung und haben uns mit ursprünglicher Ernährung auseinandergesetzt. Ich (Jannis) musste währenddessen für mein Fernstudium in Philosophie tausende Jahre alte Texte lesen. In einem dieser Texte fand sich dann ein Rezept für sonnengetrocknetes Flachbrot aus Getreidesprossen! Wir experimentierten und erschufen unsere erste eigene Rezeptur. 2015 kamen wir dann zurück nach Deutschland und bauten den Prozess mit Dörrgeräten nach, sodass der Sprossenbrei bei 42°C für ganze 2 Tage schonend getrocknet wurde. Immer mehr Freund:innen und Bekannte bekamen Wind von der Idee und wollten die gedörrten Sprossen-Cracker probieren. Aus unserer Idee wurden deshalb die AHO-Cracker geboren und wir haben eine Firma gegründet. Mit der Zeit haben wir dann weitere nachhaltige Superfoods aus nährstoffreichen Sprossen in unser Sortiment aufgenommen.

AHO_Gründer
Abb. 1 Die AHO-Gründer Alex und Jannis mit Bio-Crackern aus Sprossen.

Welche Produkte bietet Ihr genau an?

Mittlerweile bieten wir eine ganze Bandbreite an nachhaltigen Superfoods aus nährstoffreichen Sprossen an: Neben den drei Sorten AHO-Cracker gibt es bei auch zwei Sorten Pasta aus Sprossen, Sprossenmehl, gekeimten Reis, gekeimte Haferflocken, gekeimte Sonnenblumenkerne, gekeimten Buchweizen und demnächst auch Sprossen-Crunchies, Sprossen-Müsli und eine proteinreiche Brotbackmischung aus 100% gekeimten Saaten.

Was macht Eure Produkte so besonders? Was unterscheidet Eure Produkte von anderen?

Das besondere an den Sprossen-Produkten von AHO ist der Fokus auf die Nährstoffe. Der Keimprozess für unsere Urdinkelsprossen liegt bei 60 Stunden. Dadurch ist gewährleistet, dass Antinährstoffe wie Phytinsäure maximal reduziert werden und dass gesundheitsförderliche Nährstoffe wie Vitamin B1 oder Spermidin maximal potenziert werden. Andere Firmen weichen die Saaten und Getreidesorten oft nur ein und nennen diesen Prozess dann „Ankeimen“. Keine andere Firma nimmt den Keimprozess so ernst wie wir und versteht das Potential, welches in dem Korn voll ausgeschöpft werden kann. Soweit ich weiß gibt es auch kein einziges Produkt auf den Markt, dass nachweislich 60 Stunden gekeimt ist!

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Abb. 2 wyldr-Rezept: Dinkelsprossenpasta mit Basilikum-Pesto und Grillpaprikas.

Bei Eurer Verpackung setzt Ihr auf nachhaltige Materialien. Kannst Du uns einen kurzen Überblick darüber geben?

Nachhaltigkeit ist für uns kein Merkmal oder Grund, aus dem AHO gekauft werden sollte. Nachhaltigkeit ist für uns eine Selbstverständlichkeit ohne die wir schlichtweg nicht arbeiten würden. Für uns ist eine gesunde Natur wichtiger als alles andere. Deshalb ist eine plastikfreie Verpackung für uns einfach eine Grundvoraussetzung. Unsere kleineren Tüten sind aus Papier und innen mit PLA beschichtet. PLA ist ein kompostierbares Material, dass durch die Fermentation von Maisstärke gewonnen wird und eine nützliche Barriere darstellt. Somit fetten Ölsaaten nicht durch das Papier und wir können eine lange Haltbarkeit unserer gedörrten Produkte gewährleisten. Unsere größeren Nachfüller sind komplett aus Papier. Viele unserer Kund:innen bestellen unsere Produkte in Nachfüllern und verstauen dann alles zuhause z.B. in Gläsern.

Die Nutzung von lokalen Rohstoffen liegt Euch sehr am Herzen. Wie sieht die Zusammenarbeit mit lokalen Produzent:innen genau aus?

Die Zusammenarbeit sieht so aus, dass wir direkt zum Feld fahren und uns die Rohstoffe anschauen. Unser Hauptlieferant ist circa 30 km Luftlinie von uns entfernt. Der traditionelle Biohof ist idyllisch und wir fühlen uns dort sehr wohl. Die goldenen Leinsamen für AHO werden z.B. nicht gespritzt. Außerdem dürfen die Wildkräuter zwischen den Pflanzen stehen bleiben. Der achtsame Umgang mit der Natur ist uns extrem wichtig und die Wildkräuter, die zwischen den blauen Leinblumen wachsen, bieten vielen wichtigen Insekten einen Lebensraum. Auf großen Monokulturfeldern der modernen Landwirtschaft ist das leider nicht mehr möglich!

Abb. 3 Sprossenverarbeitung bei AHO Bio.

Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?

Für AHO wünschen wir uns, dass wir die dezentralisierte Nahrungsmittelproduktion hier in unserem Dorf erhalten können. Wir schaffen Arbeitsplätze im ländlichen Raum fernab von urbanen Metropolen. AHO sitzt in der Pampa - und das ist auch gut so! ;-) Wir können mit dem Fahrrad aus dem Wald den Berg runterrollen und sind bei der Arbeit. Hier fühlen wir uns wohl. Da, wo heute die Produktionshalle von AHO ist, war früher eine Schweinemast. Aus Tierhaltung wurde also ein veganes Food-Startup! Für uns ist das zukunftsweisend und der einzige Weg, um wirklich enkeltauglich zu wirtschaften. Bald haben wir unsere selbstdefinierte Wachstumsgrenze erreicht. Darüber hinaus haben wir keine wirtschaftlichen Wachstumsbestrebungen. Auf sozialer und ökologischer Ebene wollen wir AHO weiter optimieren, aber der finanzielle Anreiz ist nicht im Fokus. Deswegen wünschen wir uns für die Zukunft, dass wir AHO als wachstumsneutrales Kleinunternehmen vor Ort stabil etablieren können.

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Abb. 4 AHO Bio-Manufaktur in Bad Münder am Deister.

Wir finden das Konzept von AHO sehr spannend und unterstützenswert. Genau aus diesem Grund bieten wir in unseren Bio-Kochbeuteln regelmäßig Rezepte mit zwei Sprossenpasta-Varianten aus Dinkel und Buchweizen von AHO an! Ihr wollt mehr über die gesundheitlichen Vorteile von Sprossen erfahren? Dann schaut bei unserem Blogartikel vorbei.


Bildmaterial: AHO Bio

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