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Sustainability
10 Min

Das Manifest unserer Gründer - und wie es mich überzeugte, für wyldr zu arbeiten

von
Moritz Weigert
10
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07
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2021

“Eating well can save the world.” Es ist dieser eine Satz, der mir damals sofort im Kopf geblieben ist. Es war Juni 2020, als ich das erste Mal mit den Gründern von wyldr Kontakt hatte, um eine mögliche Zusammenarbeit zu besprechen. 

Als Jakob, Simon und Lorenz mir ihre Idee vorstellten, natürliche und nachhaltige Ernährung einfacher zugänglich zu machen, sprachen wir zunächst über Dinge wie Zielkunden, Marktzugänglichkeit, Wachstumschancen, das operative Geschäft und weitere, auf das Geschäftsmodell bezogene Themen. Es wurde allerdings schnell deutlich, dass es den Gründern um mehr ging, als nur eine weitere Startup-Idee. Mir wurde klar, dass sie sich selbst in der Verantwortung sehen, etwas Grundlegendes in der Lebensmittelbranche zu verändern.

Wir vereinbarten einen weiteren Call, in dem wir genauere Details der Zusammenarbeit klären wollten. Am Ende des Gesprächs fiel dann der eingangs erwähnte Satz: “Eating well can save the world.” Boom. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie dieser Satz in den nächsten Stunden immer wieder durch meinen Kopf schoss. Ich habe intensiv darüber nachgedacht, welchen Impact unsere Ernährung eigentlich auf unseren Planeten hat und wie man diesen verbessern könnte, indem man den Menschen eine gesunde und natürliche Ernährung ermöglicht. Ich verbrachte also noch am gleichen Abend mehrere Stunden damit, diverse Online-Publikationen über den Zusammenhang von Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung aufzusaugen.

Am nächsten Tag habe ich Jakob angerufen und ihm von meiner Neugierde erzählt, weil ich noch mehr zu diesen Themen erfahren wollte. Lustigerweise wusste er genau, wie es mir ging - denn drei Monate vorher ging es ihm, Simon und Lorenz nicht anders. Im Telefonat hat er berichtet, dass sie so viel gesammelt und gelesen hatten, dass sie ihre Gedanken dazu sortieren mussten, um einen Überblick darüber behalten zu können. Daraus ist das wyldr-Manifest entstanden. Es stellt die freiwillige Verpflichtung dar, die Welt nachhaltig verbessern zu wollen, indem eine faire und gesunde Ernährung gefördert und promotet wird. Ich habe natürlich direkt gefragt, ob ich es lesen könne, um mir ein noch umfangreicheres Bild der Überzeugungen der Gründer zu machen. Noch am selben Abend hat Jakob mir das Dokument zugeschickt - und vorab: Es hat mich so überzeugt, dass ich für wyldr arbeiten wollte. Ich versuche im Folgenden, dessen Inhalte wiederzugeben:

Das Manifest beginnt mit einer Definition von “eating well” (dt. “gut essen”). Gut zu essen sei mehr als nur ein Lebensstil - vielmehr eine Kunst. Es stellt einen kreativen Prozess dar, der Wissenschaft, Geschmack, Fähigkeiten, Hingabe und Respekt für unsere Umwelt vereint. Durch unsere Ernährung beeinflussen wir unseren Körperbau, unsere Stimmung, unser Stressniveau, unseren Schlaf, unser soziales Leben und viele weitere Aspekte unseres täglichen Lebens.

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Abb. 1 wyldr-Rezeptidee: Brokkoli-Salat mit Tahini-Dressing.

Dazu haben sich die Gründer folgende Fragen gestellt: Warum sollten wir Lebensmittel aus dem Supermarkt akzeptieren, die mit schädlichen Pestiziden angebaut werden, welche einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit, genauer gesagt sogar auf unser endokrines System haben? Warum sollten wir Lebensmittel akzeptieren, die mit Zusatzstoffen verarbeitet wurden, die das essentielle Mikrobiom in unserem Darm beeinträchtigen können, welches, wenn es im Ungleichgewicht ist, chronische Müdigkeit, Stress, Verdauungsprobleme oder Schlimmeres verursachen kann? Warum sollten wir Teil einer Kultur sein, die Anreize für minderwertige Massenproduktion von Lebensmitteln schafft, Kleinbauern bestraft, unsere Luft und Böden zerstört und uns von der Natur abkoppelt?

Lebensmittelproduktion neu denken

Als Reaktion auf die aktuellen Marktgegebenheiten möchte wyldr eine Nahrungsmittelproduktion und einen Lebensmittelkonsum fördern, die im Einklang mit der Natur sind. Derzeit werden weltweit 50% des bewohnbaren Landes für die Landwirtschaft genutzt. Laut verschiedener Studien entstehen 42-55% aller Treibhausgase in der Lebensmittelindustrie. Gleichzeitig kommt hinzu, dass circa ein Drittel aller Lebensmittel ungenutzt im Müll landen. 

Aus diesen Gründen ist unser derzeitiges Nahrungsmittelsystem nicht nur eine der größten Herausforderungen, wenn es darum geht, die Klimakatastrophe abzuwenden und effizient im Umgang mit Nahrungsmitteln zu sein, sondern es zerstört auch die Biodiversität auf unserem Planeten

In den letzten Jahrzehnten ist die konventionelle Landwirtschaft zu einer Massenindustrie mit stetig wachsenden "Mega-Farmen" geworden, die gigantische Felder in Monokulturen anlegen und dabei immer größere Mengen an chemischen Düngemitteln, Pestiziden und Herbiziden verwenden. Die Erhaltung unserer Ökosysteme ist unerlässlich, um den Klimawandel zu stoppen und das Auftreten von weltweiten Pandemien zu vermeiden. Nur durch die Vielfalt unserer Natur ist das Leben auf der Erde lebenswert. Unsere Entscheidungen als Individuen beeinflussen unsere Umgebung und die Zukunft nachfolgender Generationen - genau deshalb müssen wir hier ansetzen und die Lebensmittelproduktion revolutionieren.

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Abb. 2 Radieschen - Das wyldr-Symbol.

Bewusst essen: Für uns und unseren Planeten

Auch folgender Leitspruch von wyldr hat mich nachdenklich gemacht: “Was wir essen und konsumieren, definiert, wer wir sind und wofür wir stehen.”

In diesem Satz steckt viel Wahres: Nicht nur in Bezug auf Gesundheit und Ernährung, sondern auch bezüglich der Werte, an die wir glauben, und den Einfluss, den wir auf unsere Umgebung und auf zukünftige Generationen haben. Herstellung, Kauf, Zubereitung, Verzehr und Entsorgung unserer Lebensmittel sind komplexe Prozesse, die eng miteinander verbunden sind. Letztlich entscheiden wir als KonsumentInnen, worauf wir bei diesen einzelnen Prozessschritten Wert legen.

Man könnte meinen, Individuen hätten in der Lebensmittelbranche nicht viel Macht. Das derzeitige System ist in einem Top-Down-Schema aufgebaut, in dem eine Handvoll mächtiger Akteure die gesamte Branche prägt. Infolgedessen diktieren diese den Preis, die Menge, die Qualität und das Sortiment unserer Lebensmittel. Der massive Einsatz von Chemikalien ermöglicht größere Produktionen zu niedrigeren Preisen - aber auf Kosten der Bodenqualität, der Nährstoffdichte, der Artenvielfalt und auch unserer eigenen Gesundheit.

Und trotzdem: Das Team von wyldr ist der festen Überzeugung, dass wir alle köstlich zubereitete, qualitativ hochwertige, nährstoffreiche und schadstofffreie Lebensmittel zu einem fairen Preis für die VerbraucherInnen, die LandwirtInnen und alle anderen an der Lieferkette Beteiligten verdienen. Und dafür müssen wir diese einfordern! Der abschließende Appell lautet also: Lasst uns darauf achten, woher unsere Lebensmittel stammen, wie wir sie zubereiten, wie viel wir tatsächlich davon konsumieren und unseren Kassenzettel so als Stimmzettel nutzen.

Mit folgendem Satz endet schlussendlich das Manifest: “Wir sind überzeugt, dass die Kraft vieler Einzelner, die zusammenarbeiten, die Pyramide umkehren kann. In der Wirtschaft, in der wir leben, übersetzt sich unser Stimmrecht in unsere Kaufkraft. Was wir als informierte VerbraucherInnen fordern, sollte das Angebot prägen, nicht umgekehrt. Wir glauben wirklich, dass unsere Stimme der Grundstein für Veränderungen ist. Wir glauben wirklich, dass der Leitspruch gilt: Eating well can save the world.”

Du möchtest Dich noch weiter über unser Startup informieren? Hier findest Du einen Artikel über unser nachhaltiges Unternehmensmodell nach dem "Steward Ownership"-Konzept. Du möchtest mehr über eine ausgewogene Ernährung lesen? Zu unserem neusten Blogpost über den Nährstoff Calcium geht es hier.

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