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Sustainability
10 Min

CO2-Kompensation: Die bequeme Lösung für die Klimakrise!?

von
Moritz Weigert
10
.
05
.
2021

Bill Gates investiert jedes Jahr rund 7 Millionen US-Dollar, um seinen ökologischen Fußabdruck auszugleichen. Er unterstützt damit Projekte und Organisationen, die sich aktiv für die Verringerung von CO2-Ausstößen einsetzen. Auf den ersten Blick klingt es wie eine clevere Strategie: Werden an einer Stelle Kohlenstoffemissionen verursacht, - zum Beispiel durch Autofahren, Fliegen oder Produktionsvorgänge - so können diese kompensiert werden, indem ein Projekt finanziert wird, das Treibhausgasemissionen an einer anderen Stelle reduziert. Diese angewendete Praxis nennt sich "Carbon Offsetting". Und während einige diese Klimakompensation als erfolgreiche Lösung für die Probleme des Klimawandels anpreisen, sagen führende Expert*innen, dass sie kaum mehr als eine gefährliche Ablenkung vom eigentlichen Problem darstellen. Der Grund dafür: Beim genaueren Hinsehen wird klar, dass mit dieser Strategie lediglich ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache angegangen wird. 

Zu bequem, um wahr zu sein

Kate Ervine ist eine der Expert*innen, die von Carbon Offsetting nicht überzeugt ist. Sie ist Professorin an der kanadischen Saint Mary's University in Halifax und bekräftigt deutlich, dass dieser Ansatz keine nachhaltige und brauchbare Lösung für die Klimakrise ist: "Die Verursacher können sagen: 'Wir bezahlen jemand anderen dafür, dass er etwas Gutes für das Klima tut, und das gleicht unsere Emissionen aus, oder hebt unsere schlechte Klimabilanz auf. Aber es reduziert die Emissionen nicht dort, wo sie herkommen. Es bringt uns also nur zurück zum Ausgangspunkt." Laut dem Weltklimarat der Vereinten Nationen müssen die Länder der Welt ihre Emissionen bis 2030 um fast die Hälfte des Niveaus von 2010 und bis 2050 auf null reduzieren, um die Klimakrise zu bewältigen. Trotz aller Maßnahmen steigen die Emissionen jedoch weiter an.

Carbon Offsetting als staatliche Maßnahme

Viele Länder nutzen den Kohlenstoffausgleich als Strategie, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, erklärt Ervine. Dieser Ansatz erlaubt es Regierungen sich in ein gutes Licht zu rücken, ohne dass wirklich sinnvolle Maßnahmen ergriffen werden, um den Klimawandel zu stoppen. Vor Kurzem kündigte beispielsweise die kanadische Regierung ein neues Programm zum Ausgleich von Treibhausgasemissionen an, das Gemeinden, Landwirten, indigenen Gemeinschaften, Unternehmen und anderen Organisationen helfen soll: Sie erhalten Gutschriften für Projekte, die Emissionen reduzieren oder aus der Atmosphäre entfernen. "Dieses System wird kosteneffiziente Emissionsreduzierungen direkt hier in Kanada fördern und neue wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen, insbesondere in der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft und im Abfallsektor", sagte Kanadas Umweltminister Jonathan Wilkinson in einer Presseerklärung. Ervine meint dazu: "Das größte Problem mit Kohlenstoffkompensationen ist, dass sie die Emissionen nicht wirklich senken". Außerdem verringern Offsets laut ihr die Dringlichkeit für Regierungen und Unternehmen, die größeren Schritte zu unternehmen, die notwendig sind, um die jeweiligen Klimaverpflichtungen zu erfüllen. Sie fügt hinzu, dass der Impuls hinter den Offsets darin besteht, dass die Gesellschaft Lösungen für den Klimawandel will, die keine großen Opfer erfordern.

Welche sinnvollen Alternativen gibt es?

Doch was bedeutet das für Unternehmen wie wyldr, denen ihr Umwelteinfluss extrem wichtig ist und die diesen möglichst gering halten wollen? Wie können Unternehmen dazu beitragen, dass CO2-Ausstöße aktiv verringert bzw. vermieden und nicht nur kompensiert werden? Zunächst einmal ist es extrem wichtig, dass sich Unternehmen vor Augen führen, dass es nicht ausreicht, CO2-Ausstöße an einer Stelle zu sparen, dafür jedoch an anderen Stellen weiterhin große Ausstöße zu verursachen. Eine CO2-freie Auslieferung ist gut, bringt jedoch nicht besonders viel wenn Herstellung, Verarbeitung oder Verpackung eine enorme Menge CO2 produzieren. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass die gesamte Wertschöpfungskette vom ersten Lieferanten bis hin zum Endkunden betrachtet wird. 

Unsere Lösungsansätze bei wyldr

Was macht also wyldr konkret, um Umwelteinflüsse nicht nur auszugleichen, sondern ganzheitlich zu minimieren? 

Wyldr achtet bereits bei der Lieferantenauswahl auf die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus Berlin. Egal ob Gemüse, Obst, trockene Lebensmittel, Fleisch- oder Fischprodukte - alles wird streng hinsichtlich der Qualität, Herkunft und den Herstellungsbedingungen geprüft. Da wir ein zertifiziertes Bio-Unternehmen sind, verwenden wir zu mehr als 95% Bio- oder Demeter-Produkte. Diese Lebensmittel sind nicht nur besser für unsere Gesundheit, sondern schützen auch unsere Erde: Der benötigte Energieaufwand und der damit verbundene CO2-Ausstoß ist im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln bei Bio-Produkten um circa 63% geringer. Und auch der Landverbrauch fällt bei Bio-Produkten im Durchschnitt circa 26% geringer aus. 

Wichtig ist auch festzustellen, dass die Ernährungsweise einen entscheidenden Bestandteil von CO2-Vermeidung darstellt. Überwiegend pflanzenbasierte Ernährung ist ein bedeutender Ansatz, um die mit tierischen Produkten verbundenen CO2 Emissionen zu vermeiden. Über 75% der Gerichte bei wyldr sind deshalb vegan und machen so eine flexitarische, vegetarische oder vegane Ernährungsweise zu einem Kinderspiel.

vegan_tofu_bowl_wyldr
Abb. 1 Klimafreundliches Rezept: Vegan Tofu-Bowl von wyldr.

Zudem haben wir bei wyldr ein nachhaltiges Kreislaufsystem entwickelt, welches es uns ermöglicht, enorm viel Verpackungsmüll einzusparen. Dadurch, dass alle Lebensmittel in Stoffbeuteln sowie in wiederverwendbaren Transportkisten ausgeliefert werden, entstehen durch die Verpackung keine zusätzlichen CO2-Ausstöße. Auch bei der Lieferung achten wir auf unseren ökologischen Fußabdruck: Dafür arbeiten wir mit Versandpartnern zusammen, die genau wie wir großen Wert auf eine möglichst umweltfreundliche Lieferung legen!

Insgesamt arbeiten wir bei wyldr stetig daran, unsere Umwelteinflüsse auf ein Minimum zu reduzieren. Auf diese Weise können wir eine gesunde Ernährung nicht nur einfacher, sondern auch nachhaltiger gestalten und unserem Planeten etwas Gutes tun. Denn wir sind uns sicher: “Eating well can save the world.”

Du möchtest der Umwelt etwas Gutes tun und deshalb mehr über die "Planetary Health Diet" erfahren? Dann findest Du hier unseren Blogartikel zu diesem Thema.


Quellen:

1. https://www.cbc.ca/radio/whatonearth/carbon-offsets-might-be-a-dangerous-distraction-from-more-effective-climate-action-experts-say-1.5946764 (2021).

2. http://www.oeko-fair.de/clever-konsumieren/wohnen-arbeiten/klimafreundlich-im-haushalt/service29/klimaneutral-durch-kompensation/klimaneutral-durch-kompensation2 (2021).

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